Sonntagmorgen 7.15h: der Wecker ist unbarmherzig….
Aber das ist schon okay!
Denn nach kurzer Zeit ist unser Dreier-Zimmer auch schon wieder wie Wild am packen.

Die restlichen Vorräte (Riegel, etc.) werden auf die Rucksäcke verteilt, Wasserflaschen befüllt! KEINE Blasen verpflastert! (ich glaub selbst am Ende hatte keiner Eine)
Ein Blick aus dem Fenster, kein neuer Schnee aber dafür keine Wolke am Himmel. Das Thermometer oder genauer das App des Telefons sagt: -5° C.
Aber erstmal egal, denn es ist Zeit für das Frühstück. Wir treffen uns alle am Frühstückstisch und sogar Stephan vom Hotel Harzer Hof, aus Osterode ist, schon da mit seiner Frau.
Er übernimmt unser Gepäck und transportiert es die Reststrecke. Zusätzlich wird er uns als Support ein paar Mal abpassen und auch ein paar Fotos schießen.
Beim Verpacken der Taschen in den Transporter bekommen wir schon mal einen Vorgeschmack auf die Temperaturen und wir beraten uns ob wir die warme Kleidung schon anziehen. Wir entscheiden uns aber dagegen, der nächste Berg lässt nicht lange auf sich warten und dann wird’s wieder warm.
Also noch schnell ein Abschiedsfoto mit allen, auch Dietmar mit drauf. Dietmar wird den Tag nicht mitkommen. Die Strecke wird vom Untergrund noch mal deutlich schwieriger und das soll für uns Sehenden schon zu Problemen werden.

Dann geht’s wieder los, wir laufen an und das ohne muskuläre Probleme.
Nach kurzer Orientierungsphase in Braunlage befinden wir uns schnell wieder auf der Strecke. Diese hat durch die Höhe bedingt jetzt richtig Schnee und Eis. Außerdem führt der Hexenstieg jetzt über Trails aus teilweise vereisten Bachbetten und kaum sichtbaren Spuren durch die dichten Tannenwälder.

Wir müssen uns kurz ein paar Mal abstimmen was die Geschwindigkeit angeht. Denn dadurch dass es mit Sonne, im Schnee soviel Spaß macht, läuft jeder ein bisschen wie er will.
Das bleibt auch so. Bergab sind einige schneller und warten dann unten.
Ich musste mir nachsagen lassen das ich auf Trails immer ganz komische, leuchtene Augen bekomme.
Okay, ich warte dann meist unten, die Salomon S-Lab 4 Softground sind wiedermal wieder die beste Wahl und verleisten ihre Arbeit vorbildlich. Ich fege mit hoher Geschwindigkeit ins Tal und wieder raus. Einzig auf Asphalt macht das nur noch bedingt Spaß, aber ich kann ja auch auf dem Randstreifen laufen.

Nachdem wir Michael und seinem Gps ja wirklich überall hin folgen, verlieren wir dann doch leider die Strecke. Sie ist auch nicht mehr zu erkennen durch den hohen Schnee. Dadurch verlieren wir ca. 45 Minuten.
Was uns nicht viel ausmacht, aber Stephan als mobiler VP muss seinen Standort ändern. Kurz vor Torfhaus wird die Strecke richtig schwierig, denn die Wanderer und Wochenendausflügler haben den Trail sehr zertreten und danach ist er wieder gefroren. Das ist wohl dann auch der schwierigste Streckenteil! Als uns der Trail ausspuckt stehen wir in Torfhaus. Zu dem Zeitpunkt ist der Ort und die Parkplätze so überfüllt, das Michael und ich zeitgleich feststellen: Ich muss hier raus!

Nachdem wir alle fast auf dem vereisten Parkplatz ausgerutscht sind geht es zurück in den Wald und die Menschen werden weniger. Von dem Magdeburger Weg den wir laufen wollten ist nichts mehr zu erkennen. So das wir den Weg nach Altenau direkt antreten. Über super tolle Trails geht es nur noch Bergab bis nach Altenau. Stephan und seine Frau die ihren Standort schon wieder verändern mussten, wartet schon auf uns mit Kaffee, Cola, Gebäck und so mach anderem.

Wir alle stärken uns und es werden mal wieder ein paar Fotos geschossen. Dann geht es schnell weiter. Altenau liegt in einem Tal und es ist furchtbar kalt dort. Nach gut 500m legt es mich fast …. ich bin gestolpert über einen ungefähr 2cm hohen Gullideckel. Naja, ich bin wieder wach und dadurch ist mir auch wieder war. „Da rennt man Meilenweit auf Trails und so ein Hindernis im Asphalt bringt mich fast zu Fall!“
Wir schauen uns Dank der Streckenführung von Michaels Gps mal wieder den Ort etwas genauer an und freuen uns dann später, dass wir wieder im Wald sind. Auf einem geschotterten Radweg der auf einer ehemaligen Bahnlinie verläuft. Es lässt sich sehr gut laufen und mit einem kurzen Trailabschnitt am Ende sind wir dann in Clausthal-Zellerfeld angekommen.

Dann geht’s einmal quer über den Campus der TU und wir kehren kurz zu einer Pause in die hiesige Shell Tankstelle ein. Dort werden noch die Wasservorräte aufgefüllt und wir rüsten uns für die Nacht. Denn langsam dämmert es draußen und wird wieder kälter. Als wir aus der schönen warmen Tankstelle rauskommen. Wissen wir dass es eine gute Entscheidung war die warme Kleidung anzuziehen. Die Strecke zieht sich Zick-Zack durch die Felder und irgendwann stehen wir an einem Blockartigen Gebäude mit ein paar Metallfiguren davor. Schnell wird klar, wir wissen ohne Karte und Gps wo wir sind. Das ist Buntenbock und wir stehen auf einem Streckenteil des Eulenburgtrails. http://www.eulenburgtrail.de

Dann verändert Michael kurz die Strecke und wir laufen direkt ins Tal, wo wir die „gelbe Garage“ des Eulenburgtrail passieren. Der Streckenteil der dann kommt, 5km Strasse, lässt mich überlegen und feststellen, das ich kein Strassen Ultra-Läufer werden will. Aber wer will das schon solange es Trails gibt.
Die S-Lab`s (Softground) schlucken jede Energie für den Vortrieb. Aber für so etwas sind sie ja auch nicht gemacht.
Dann geht es den letzten Berg hinauf und auf einem tollen Trail hinunter in den Vorort von Osterode mit Namen „Freiheit“ das geht so schnell das Petra hinterher fragt wo der Berg wohl war. Oder es lag daran das er einfach nicht hoch genug war um ihn zu bemerken?
Ein Anruf bei Stephan im Hotel und ein bisschen wie bei einer Schnitzeljagd durch die Innenstadt und schon stehen wir vor dem Hotel Harzer Hof. http://www.hotel-harzer-hof.de
Gesamtstrecke dann ca. 57km bei einer Laufzeit von 8:24 min!

Schade eigentlich wie wir alle finden…. Es war einfach so schön!
Wir bekommen ein Zimmer zum Duschen und eine tolle Lasagne.
Dann treten Volker und Michael schnell mit Stephans Hilfe den Weg zum Bahnhof an. Petra nehme ich mit nach Hildesheim, da sie von dort aus besser auf dem Sonntagabend nach Hause kommt.
Alles in Allem …… war es ein toller Wellness Weekend Trailrun 2012!!!
Eigentlich könnten wir alle schon wieder los.
Und eines soll noch gesagt sein, der Hexenstieg Nonstop mit seinen 200km wird ein sicher nicht einfaches Unterfangen und seinen Teilnehmern einiges abverlangen.
Ohne Gps und Erfahrung in dem Bereich des 100 Meilen Laufes ist das sicher nicht zu schaffen …..