TheSpinerace 2013 –> Teil 4

27.02.13//

Ich falle also in mein Hochbett mit einem Plastikbezug über der Matratze. Ist zwar nicht gemütlich aber zugedeckt mit meinem Dauenschlafsack geht es schon. Ich schlafe schnell ein. Natürlich nicht ohne mein Telefon an das Notfall-Ladegerät zu hängen. Steckdosen gibt es mal wieder nicht genug. Außerdem kann ich das Telefon dann auch als Wecker benutzen. Immerhin wollen wir um 2 Uhr morgens wieder los.Foto 15.01.13 23 04 58 (1)
Einen Wecker brauche ich eigentlich nicht. Mein Hunger und Durst weckt mich sehr zuverlässig, immer mal wieder. Ich stehe auf und hole mir was zu essen. Michael geht es genauso, nur Jin schläft durch. Zumindest erinnere ich mich nicht ihn mal gesehen zu haben. Im Laufe des Nachmittages sehen ich viele Teilnehmer die ankommen und das Rennen vorzeitig beenden. Genauso höre ich oft Anrufe mit die bei der Organisation eingehen, mit der Bitte um Evakuierung. Häufig sagen die Teilnehmer das ihnen die Kraft fehlt weiter zu kommen. Daraufhin wird ihnen gesagt, sie sollen ein Notfallbiwak machen und etwas essen. Sie würden evakuiert werden. Nur das das vermutlich ein paar Stunden dauern wird. Das führt mir mal wieder vor Augen. Warum ich soviel Ausrüstung mit mir herum schleppe.
Pünktlich um 2 Uhr nachts machen wir uns wieder auf den Weg in die kalte Nacht.
Kalt wissen wir. Nur wie kalt das konnten wir uns nicht ausmalen zu diesem Zeitpunkt.
Stu, einer der Organisatoren weißt uns darauf hin nicht zu nah an dem kommenden Wasserfall hochzuklettern. Die Strecke läuft dort so nah das wir reinfallen könnten.Pennine Way8
Also machen wir uns wieder auf. Die Strecke geht flach an einem Fluss entlang. Es ist ein toller einfacher Trail und wir laufen richtig schnell.Foto 16.01.13 00 08 14 Wir haben auch viel Spaß. Irgendwann kommen wir in ein Riesen Ablaufbecken. Dieses so wissen wir befindet sich unterhalb der Staumauer. Zu sehen ist sie nicht, dafür ist es zu dunkel. Hören können wir nur das Wasser. Wir stellen fest das es sehr kalt ist und unsere Wasserflaschen anfangen einzufrieren. Oder es besser schon sind. Darum verpacken wir unsere Flaschen unter die Jacken damit das Wasser trinkbar bleibt. Als unserer Trail immer näher am Wasser entlang führt und es durch die vereisten Steine immer schwieriger wird nicht zu stürzten oder ins Wasser zu fallen, entscheiden wir den Hang neben uns hochzuklettern. image           Er besteht nur aus Blockgelände mit Schnee bedeckt. Viele oder besser alle Löcher sind nicht mehr zu sehen. Es wird zu einer Qual. Außerdem bemerke ich das meine Zehen so kalt sind das sie, vermute ich bei den Temperaturen Schaden nehmen können. Mein Schuh ist schon zu Eis gefroren. So bitte ich die anderen beiden um eine kurze Pause, um meine Innensocken zu tauschen. Dabei stelle ich fest das die wasserdichte Socke am Schuh festgefroren ist. Nach dem Sockentausch lege ich noch ein Heizkissen mit in den Schuh und binde ihn nicht mehr so fest. Dann geht es weiter. Durch das Blockgelände, das irgendwie nicht enden will. Michael stürzt in ein Loch und verliert darin seinen einen Stock. Nach einer Ewigkeit kommen wir Drei völlig entkräftet an der Staumauer an.
Wir beschließen, wir brauchen eine Pause. An dem nächsten Gehöft schaue ich ob wir dort eine Pause machen können. Leider keine Chance. Das Gebäude ist offen und völlig verdreckt durch die Schafe die dort wohnen.
Also bleibt uns nicht anderes als mehr Kleidung an und weiter. Ich ziehe das erste Mal meine Notfall Daunenjacke an und benutze die Sturmhaube gegen die Kälte.Foto 16.01.13 07 15 39
Ich bekomme meine Krise. Sie äußert sich dadurch das ich Super Müde bin. Erinnern kann ich mich nur noch an drei Schritte mit Augen auf und zwei mit geschlossenen Augen. Dann wieder aufwachen. Michael bleibt bei mir so das ich nicht völlig allein bin. Auf Toilette gehen ist schwierig. Meine feuchten Toiletten Tücher sind zum Block gefroren. Die Spitzen meiner Black Diamond Stöcke sind zu Klumpen geworden. Abschlagen des Eises ist bei einem Carbon Stock eine schlechte Idee.Foto 16.01.13 07 15 33 Also muss es so gehen.dufton_high_cup_north_pennines_cumbria_lewis_ryanDieses Panorama sehen wir nur Nachts, aber Eindrucksvoll ist auch gewesen!
So torkeln wir durch die Nacht. Also ich bergab mal auf Michael warte, der seine Krise hat, schlafe ich prombt im Sitzen ein. So etwas sollte bei ca. 20 Grad unter Null besser nicht passieren. Als es anfängt zu dämmern sehen wir den Ort Dufton.
Michael ruft die Organisation an und gibt Bescheid das wir am Ende unserer Kräfte sind. Von der Organisation kommt die Frage zurück: „Und welche Frage habt ihr nun?“ In England ist das alles halt etwas anders. Im Vergleich zu Deutschland wo der Veranstalter wohl sofort gekommen wäre.
In Dufton angekommen überlegen wir wo wir uns hinlegen können. An einem Bed&Breakfast ist Licht an und wir sehen gedeckte Tische. Also klingelFoto 16.01.13 13 53 57n wir und nach kurzer Diskussion mit der Betreiberin bekommen wir für 10 Pfund ein Frühstück und einen Schlafplatz für drei Stunden. Foto 16.01.13 11 35 28Michael legt sich ins Wohnzimmer und Jin und ich bekommen ein noch nicht gereinigtes Zimmer von zwei Gästen die gerade abreisen. Wir sind mehr als glücklich und legen uns gleich hin zum schlafen. Was für ein Glück! Eine halbe Stunde früher in Dufton und wir hätten die Frau nicht gesehen und eine halbe Stunde später und sie wäre auch schon weg gewesen.
Nach dem Essen machen wir uns gestärkt und ausgeruht daran den höchsten Berg Englands zu besteigen Scarfell.775751_195054320641159_1668075400_o Foto 16.01.13 14 15 32Das geht auch einfach und wir genießen es sogar. Kurz danach werden wir in Gregs Hut em314213_4515742724417_1045191504_npfangen. 64931_4515755284731_1594705775_nDort bewirtet uns John Chamber.Foto 16.01.13 16 38 55 Foto 16.01.13 16 43 34Die Hütte ist eine Schut29634_4515744084451_985957646_nzhütte und nur für das Spinerace bewirtet. Danach fegen wir die restlichen Kilometer ins Tal. 58269_4515745324482_2034428556_nEin par Kilometer über gefrorene Schafwiesen. „Der Pennine Way ist ein Public sheep path“. Dann ist die Etappe geschafft und wir sind in einem Youth Hotel mit Duschen und W-Lan. Tollem Essen und Betten mit Bettdecke.
Ihr könnt euch kaum vorstellen wir glücklich wir waren.Foto 16.01.13 21 25 08

Hier ist nochmal ein Link zu meinem Bericht beim Outdoor Mag Airfreshing mit einem Testbericht zu dem Schlafsack den ich dabei hatte.

Ich schreibe in den nächsten Tagen weiter …. Also bleibt dran! Achja und am trainieren bin auch schon wieder.

TheSpinerace 2013 — Teil 3

21.02.13//

Sorry,

das ich mir gerade mal wieder eine Menge Zeit lasse beim bloggen der Berichte. Nun habe zur Zeit viel zu tun bei der Arbeit. Außerdem habe ich am letzten Freitag, das erste Mal einen Vortrag gehalten. War toll! ich würde das ja glatt auch öfter machen. Nur habe ich noch keine wirkliche Ahnung wie ich das am besten anstelle. Solltet Ihr einen guten Vorschlag haben immer her damit.

Aber nun geht es weiter:

Nach verabredeten 4 Stunden Schlaf geht es weiter. Beim Verlassen des Gebäudes dämmert es schon. Wie schön so sehen wir etwas und kommen gut voran. Das Frühstück war nicht so groß dafür wollen wir im nächsten Ort richtig frühstücken. Nun ob wir es getan haben, kann mich nicht dran erinnern. Ich glaube aber das wir irgendwann festgestellt haben, das es weder eine Ortschaft noch eine Möglichkeit gab irgendwo etwas Warmes zu essen. Foto 13.01.13 09 09 15

Deswegen haben wir dann unsere eigenen Reserven gegessen.

Die Frühstückspause gab es in der Ruine des 2013-01-13_20.11.42[1]„Wuthering Heights“ sie findet Erwähnung in einem Roman von Charlotte Bronte. Wir treffen Foto 13.01.13 11 24 37zwischendurch auch ein paar englische Läufer die dort oben trainieren. (sie laufen nicht das TheSpinerace). Die laufen für unsere Verhältnisse sehr schnell. Aber wir haben ja auch viel auf dem Rücken.

Dank Michaels guter Navigationskenntnisse sind wir in 480945_10151436418219747_699316774_nBestzeit beim nächsten Wasserauffüllpunkt. Wir laufen jetzt auch schnell die Berge hinab. Der Körper lässt das zu. Dann komme wieder viele Trails mit Moor. In dem kleinen Dorf Lothersdale essen wir zu Abend. Kurz davor bekomme ich von Inge ein paar Bilder geschickt aus Deutschland mit viel Schnee. Ich habe zu dem Zeitpunkt keinen Schnee.

Aber das hat sich nach der Pause in dem Pub auch schnell geändert. Es fängt an zu Schneien. Okay es soll ja auch ein Winterwettkampf sein. Also machen wir uns auf in den Schnee. Dieser nimmt Foto 13.01.13 17 48 34auch immer mehr zu. Kurz vor 20 Uhr müssen wir nach einer matschigen Kuhweide auch noch direkt durch einen Bauernhof. Danach sind wir in einem Ort und erledigen ein paar Telefonate mit Deutschland. Ich rufe Inge an und Michael gratuliert Gerd Börner noch schnell zum Geburtstag. Dann verschwinden wir wieder auf Schafweiden und laufen das erste mal durch Gebiete mit großen Löchern (einstürzte Minenschächte). Das ist wirklich beängstigend!

Irgendwann kurz vor 24 Uhr kommen wir nach Malham, natürlich nicht ohne einen Zwischenstop 10 Kilometer davor in einem Pub. In Malham angekommen sind wir aber trotzdem alle sehr Müde und nass vom Regen und Schnee. Wir beschließen noch mal in einen Pub zu gehen. Dieser macht dann genau vor unseren Augen zu. Unsere nächste Möglichkeit ist die vom Veranstalter eingerichtet Zeltmöglichkeit von John Bamber, drei Kilometer hinter Malham oder ein Bed&Breakfast. Wir suchen uns ein B&B und finden auch glücklicherweise eines mit zwei freien Zimmern. Jin bekommt ein Einzelzimmer und ich teile mir ein Zimmer mit Michael. Ihr könnt euch kaum vorstellen wie sehr wir uns freuen über einen warmen Raum, ein Bett und eine Dusche. Nach vier Stunden wirft uns dann der Wecker wieder aus dem Bett. Das Frühstück machen wir uns selbst. Die Dame vom B&B wollte nicht um 5 Uhr morgens aufstehen. Wir eigentlich auch nicht. Aber wir sind im race-modus. Zum Frühstück haben wir dann die Küche geplündert. Es gab auch Lachs und allerlei leckere Sachen.287212_402781583142876_1091184874_o Als wir das B&B verlassen denken wir noch jetzt sind wir sicher die Letzten. Wir klettern förmlich im Sonnenaufgang und Schneefall die drei Kilometer bis zu Johns Zelt. Dort sehen wir viele kleine Zelte und Teilnehmer die gerade dabei sind aufzustehen. Sie mussten dort ein Notfallbiwak machen. Ihr könnt euch vorstellen das sie wenig begeistert waren, als sie hörten das wir Lachs zum Frühstück hatte. (Wir waren auf dem Beliebtheits-ranking sofort auf Platz 1)Foto 14.01.13 10 54 55
Nun wir schnell weiter durch tolle Landschaften. Die letzten Kilometer klettern wir in starkem 530740_4515633761693_768684392_nSchneefall rauf zum Phen-y-gent. 2013-01-21_21.46.36[1]Einfach toll da oben. Danach wieder runter und rein in den Sonnenschein, der uns dann bis zum Nachmittag erhalten bleibt. Foto 14.01.13 13 28 53Die letzten Kilometer bis nach Hawes laufen wir doch sehr schnell. Im Ort angekommen geht es erstmal zum Einkaufen in einen Laden. Wir kaufen Fleischspezialitäten Foto 14.01.13 18 12 20to go und im nächsten Laden schreiben wir Ansichtskarten nach Deutschland. Den Checkpoint suchen wir erst dann, das ist nicht so wichtig. Der Checkpoint in dem wir dann sind ist eine Stadthalle und Endpunkt der Spine Challenger die im Ziel sind. Wir essen etwas und stellen fest, das es zwar ein W-Lan gibt, aber Foto 14.01.13 18 45 46weder Betten noch Duschen. Also legen wir uns so hin auf unsere Isomatte und mit unserem Schlafsack. Wir liegen auf einer Bühne im selben Raum wo sich auch alle anderen aufhalten .An Schlaf ist nicht zu denken. So das wir nach drei Stunden beschliessen weiter zu machen.

Also anziehen, essen und wieder in die kalte Nacht. Es schneit und stürmt auf den Bergen und das Schlafdefizit macht sich immer mehr bemerkbar. Wir werden zu einer Pause in einer Behinderten Toilette in einem kleinen Ort gezwungen. Das ist die einzige warme Möglichkeit und ein trockener Platz etwas zu kochen. Einen Pork-pie und einen Kaffee mit guten Freunden morgens in England auf einer öffentlichen Toilette, was kann man sich schöneres vorstellen.774212_195049003975024_1695555032_o

Danach quälen wir uns durch die kalte und dunkle Nacht. 775179_195524757260782_803143359_o736522_191142467699011_262424860_oIrgendwann kurz nach dem höchsten Pub Englands wird es wieder hell. An ein schnelles Vorankommen ist bei der Beschaffenheit der Strecke nicht mehr zu denken .Der Trail besteht nur noch aus Moor. Kilometer lang. So kommen wir sehr kaputt im nächsten Checkpoint an. Meine Vermutung ist das jeder der keine wasserdichten Socken hat, genau dort aufhört. Wir essen noch schnell etwas und beschließen eine 6 Stunden Pause zu machen und wieder Schlaf aufzutanken. Also nach einer warmen Dusche ins Bett. Denn um 3 Uhr morgens soll es weiter gehen.

TheSpinerace 2013 – Teil 1

24.01.13//379614_4515638521812_1254865688_n

Ich muss zugeben, dass ich noch nicht weiß, wie viele Teile euch erwarten. Aber ich denke, pro Etappe wohl einen. Es soll euch ja auch nicht langweilig werden beim Lesen.

Nun, wo fängt man an, wenn man einen 438 Kilometer Nonstop Winter-Ultramarathon von Mittelengland an die Schottische Grenze beschreibt?
Meine Freundin hat mich gerade nach meinem Wiederkommen daran erinnert, dass ich auch mal klein angefangen habe. Und JA, das habe ich – bei der Bundeswehr mit Läufen über fünf bis acht Kilometer. Und ich muss euch ganz ehrlich sagen: Ich habe es gehasst.

Es hat lange gedauert bis ich gemerkt habe, dass mir das Laufen und der Ausdauersport liegen. Nach immer steigenden Distanzen und schwierigeren Rennen war das TheSpinerace jetzt auch der Höhepunkt in meiner Läuferkarriere. Irgendwie musste das nach zweimal finishen bei der „Tor des Geants“ ja kommen.20130106_121813

Nach Vorschlag von Thomas Werner und Einladung durch Scott Gillmour bin ich dann am Freitag den 11. Januar 2013 nach Manchester geflogen. Dort angekommen traf ich mich noch am Flughafen mit Michael Frenz und wir machten uns mit dem Zug auf, um in den Startort des Pennine Way zu fahren.

Der Pennine Way ist die Wettkampfstrecke des TheSpinerace. Er ist der erste Fernwanderweg in England gewesen und zieht sich über die Berge bis nach Schottland, vergleichbar einer Wirbelsäule, durch die Mitte Großbritanniens bis nach Schottland. Es ist einer der beliebtesten Wanderwege der Engländer, auf dem im Sommer 20130104_123709tausende von Wanderern unterwegs sind –  im Winter vermutlich eher niemand außer eben uns.Foto 11.01.13 18 37 46

 

 

 

Wir schleppten unsere Taschen zum Zug. ( Sieht hier aus wie bei Harry Potter!) Schleppen ist das richtige Wort, denn die Versorgung bei diesem Winterlauf muss selbst bewerkstelligt werden, so dass wir im Handgepäck und Fluggepäck nicht nur Winterkleidung hatten, sondern auch jede Menge Nahrung. Das brachte uns mehr als nur an die Grenze des erlaubten Gewichts für Fluggepäck.

Foto 11.01.13 20 37 26In Edale angekommen ist es leicht für uns die Stadthalle zu finden, wo das Briefing stattfindet. Was uns gleich auffällt: die Straßen des kleinen Ortes sind unbeleuchtet und es ist sehr dunkel. Als wir eintreffen hat das Briefing schon fast begonnen und wir kommen gerade noch rechtzeitig. Wir treffen noch kurz Jin Cao aus Norwegen und Guido Huwiler aus der Schweiz. Dann wird es dunkel im Raum und wir werden darüber aufgeklärt, wie wir mit Unterkühlung und Unterzuckerung umgehen sollen. Die Besonderheiten der Strecke werden uns vorgestellt, zum Beispiel abrutschende Schneehänge, Schlammlöcher und offene oder eingestürzte Minenschächte ohne Absicherung – um nur mal ein paar Sachen zu nennen.
Nach dem Briefing starten dann gleich das Einschreiben und die Kontrolle des Renngepäckes. Für mich der pure Stress, denn die Sachen sind aus Gewichtsgründen in Hand- und Fluggepäck verteilt und noch ist nichts gepackt. Zu meiner Verwunderung – und das erste Mal in meiner Laufkarriere –  wird wirklich jedes Teil angesehen und geprüft. (Danke nochmal dafür, denn ich habe in der letzten Nacht jedes Teil gebraucht!)

Wir kommen kaum zum Quatschen, denn der Raum ist voll mit Läufern, die sich einschreiben. Insgesamt sind es über 70 Teilnehmer, wobei nur 29 auf der langen Distanz starten. Nachdem dann alles gepackt ist, gehen Guido, Jin, Michael und ich schnell noch im nahegelegenen Pub etwas essen. Eine letzte warme Nahrung abends, denn wer weiß, was es die nächsten Tage so gibt. Foto 11.01.13 22 06 25Danach werden wir von Phil, einem der Organisatoren, in die gebuchte Unterkunft gefahren. In den Acht-Personenzimmer schlafen schon alle und wir legen uns auch gleich hin.

Nach einer viel zu kurzen Nacht gibt es ein erstes englisches Frühstück. Daran muss ich mich sicher noch gewöhnen – satt werde ich für lange Zeit wohl kaum.
Weiter geht’s: Ausrüstung packen und überlegen, was ich anziehe. Da es draußen warm ist bei ca. Null Grad, entscheide ich mich für die Softshell Hose NIMA II von Mountain Hardwear mit einer dreiviertel Lauftight drunter und oben herum eine Winter-Longsleeve mit dem Zonal Jacket von MTH. Das sollte reichen. Foto 12.01.13 07 50 33Dann gehen wir mit den anderen Teilnehmern und unserem Gepäck runter zur Straße, wo wir abgeholt werden. Unsere Taschen werden uns ab jetzt immer von Lifebase zu Lifebase begleiten. Das ist gut so, denn wir können dann ohne Umwege nach dem Zieleinlauf zurück nach Manchester zum Flieger. Vor dem Start telefoniere ich noch kurz mit Inge, um nochmal ihre Stimme zu hören. Da der Telefonempfang nachher sehr schlecht ist in den Gebieten in denen ich laufe, stelle ich es danach ab. Das spart Batterie. Ich schalte meinen Spot 2 Messenger ein, so dass meine Position ab jetzt im Internet zu sehen und damit das Rennen zu verfolgen ist. Ich bin sehr aufgeregt! Wie alle anderen wohl auch.775615_4515610361108_40353548_o

Alle Starter gehen pünktlich an die Startlinie und werden von  den Zuschauern und anwesenden Fernseh-Teams auf die Strecke geschickt.

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The Spinerace 2013 – Der Anfang!

Hier noch mal ein bisschen was über meine Vorbereitung vor dem Rennen.

Das GPS ist programmiert:

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Die Sachen (hoffentlich) alle eingepackt und erprobt.

Durch die Zugehörigkeit zum Team Mountain Hardwear hat sich jetzt auch ergeben, dass ich in England, während und nach dem Rennen einen Support bekomme. Wobei ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen kann wie das dann aussieht.

In den letzten Tagen haben sich noch ein paar Unterstützungen und Sponsorings ergeben.
Die werde ich aber jetzt nicht alle aufzählen, ich bin einfach nur Dankbar das mir das Rennen so ermöglicht wird.20130106_121813

Hier aber doch ein paar genannt:

Für die Gesundheit und die Startmöglichkeit ist Frubiasesport zuständig gewesen.
Der Phantom 32 Schlafsack, kommt von der Firma Mountain Hardwear und Frubiase und dem Sportmagazin Airfreshing.

Der Großteil meiner Funktions- und Daunenbekleidung kommt durch die Zugehörigkeit zum ULTRA-TEAM Mountain Hardwear Deutschland.

Die Schuhe mit denen ich Laufe kommen durch meine Zugehörigkeit zum TEAM TECNICA.

Die Kompressionsbekleidung von der Firma Compressport.

Es gab auch etwas von Polartec. Drüber schreiben darf ich aber erst nach der ISPO. Eines sei aber schon verraten Inge hat es Silvester getestet und war begeistert.

Okay, und noch ein paar Andere…..

Wobei ich Inge glaube ich am meisten Danken muss. Denn ihr glaubt nicht wie das hier zuhause seit einigen Monaten aussieht. Ich denke so sieht ein Expeditionslager aus. Noch dazu muss sie sich seit Monaten auch mit dem Rennen beschäftigen, das geht aber weit über das „sich Sorgen machen um mich“ hinaus. Denn mein Kopf ist seit Wochen in der Vorbereitung. Vielleicht sogar schon seit Monaten. Denn auch ich bin mittlerweile ganz schön kribbelig. Das geht an unserer Beziehung auch nicht spurlos vorbei.

Seit gestern habe ich auch einen SPOT 2 Messenger. Damit bin ich während des Rennens durchgehend zu verfolgen. Alle 20 Minuten wird meine Position an das Internet übertragen und meine Position auf einer Karte eingezeichnet.

Klickt am besten hier: KLICK und seht selbst.

Eines sei noch gesagt, sollte der Punkt sich mal über Stunden nicht bewegen, keine Sorge alles ist okay ich mache dann Pause und schlafe ein wenig.

Inge und Hansi Köhler werden auf Facebook sicher genauso wie auch die Organisation des TheSpinerace den Stand des Rennens veröffentlichen.
Viele Post`s werden sicher über die Ultrateam Seite Montrail Mountain Hardwear verteilt.

Also schaut da einfach mal vorbei…..KLICK MICH!

Nun heißt es Daumendrücken das das Wetter nicht so schlecht wird wie zurzeit in England für das Wochenende angesagt: Schneestürme, -15°C, Eis, starker Schneefall,

Auf der anderen Seite, selbst wenn es so kommt. Starten tue ich trotzdem. Das Wetter wird in den nächsten Tagen sicher wieder besser. Und Dank der guten Kleidung und Ausrüstung habe ich vor dem Wetter keine Angst…..

Bis bald aus England euer Thomas

Silvester auf 1142 m ü. NN

02.01.2013//

Euch allen natürlich ein HAPPY NEW YEAR!

Von wo ihr auch immer kommt und das lest.

Wir waren dann doch irgendwie kurz entschlossen auf Norddeutschlands höchstem Gipfel, dem Brocken, zum Silvester feiern..

Noch in den Stunden bevor Inge und ich uns aufmachten mit dem Auto nach Torfhaus zu fahren, haben wir nachdenklich auf das Bild der Brocken Webcam geschaut.

Sichtweite: 10m !
Temperatur: -0,1 Grad °C !
Windstärke: 86 km/h !
Schneehöhe: 40 cm !
 
Öffnungszeiten der Gastwirtschaft auf dem Brocken nicht herauszufinden über Google!

Das kann ja heiter werden.

Aber nach genauer Überlegung sind wir dann doch los nach Torfhaus. Das Wetter kann ja auch ein Erlebnis sein. Bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
Da wir aber keine schlechte Kleidung haben …. Also los!

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Angekommen am Torfhaus haben wir uns dann Dick eingepackt. Inge in Skihose und dicker Winterjacke und ich in Nima Pant II und Nitrous Jacke, Desna Jacket von Mountain Hardwear. Mit einem Testlauf der neuen Winterhandschuhe von Mountain Hardwear (Heracles).
Eine Super-Gelegenheit um noch mal die Kleidung für England zu testen.

So machten wir uns auf den ca. 7 Kilometer langen Weg rauf auf den Brocken. Schon am Dammgraben, raus aus Torfhaus müssen wir feststellen das mehr Schnee und Eis auf den Wegen liegt als wir dachten. Durch den ständigen Wechsel von Eis und Schnee sind wir förmlich dem Brockengipfel entgegen gerutscht.20121231_215815
Aber irgendwie immer etwas schneller als die Anderen die dort auch unterwegs waren. Denn alleine waren wir rauf wie runter eher selten. Kalt wurde uns dabei nicht …. Eher im Gegenteil!
Die Idee auf dem Brocken zu feiern ist scheinbar auch anderen eingefallen, wie wir oben angekommen feststellen mussten.

Der Weg direkt zum Brockenstein, ist durch den Gegenwind beschwerlich und so stark, dass wir uns hinter dem Stein in den Windschatten knien müssen.
Schnell noch ein paar Fotos und ab ins Warme.
Zu unserer Überraschung hat der Brockenwirt auf. Wir bezahlen je 10€ für einen Verzehrbon und wärmen un20121231_221814s wie sicherlich 100 Andere auch drinnen auf.
Unser Silvesteressen wird dann eine Currywurst mit Pommes und Cola light, Schierker Feuerstein für mich und einen Kaffee. So warten wir im Warmen bis zehn vor zwölf und  machen uns wie alle anderen startklar um raus zu gehen.
Der Sekt aus unserer Piccoloflasche wird schon nicht weg fliegen denken wir uns.20130101_000159

Der Weg zum Brockenstein ist jetzt noch schwieriger, der Wind ist so stark das es kaum noch möglich ist, aufrecht zu stehen. Aber wir kommen an und stellen fest, dass dort gefeiert wird. Auf dem Stein, hinter und auch davor stehen Menschen und feiern im Sturm das beginnende Jahr 2013.

Wir stoßen natürlich auch an und feiern….. und sind glücklich!

Eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre, aber auch passend zu einem außergewöhnlichen Jahr.

Denn nicht nur das wir am 31.12.12 unseren einjährigen Kennenlerntag haben, wir sind auch zusammen gezogen und SEHR glücklich miteinander. (wir Drei natürlich)

Dann schlittern wir wieder nach unten zum Auto und fahren nach Hause. Auf dem Weg vom Gipfel nach Unten sehen wir eine einzige Rakete im milchigen Licht des Brockens. Aber bei dem Sturm ist mehr auch nicht drin gewesen. Egal! Ist ja nicht so, dass wir nicht schon mal Raketen am Himmel gesehen hätten.

Und nun genieße ich noch die nächsten (leider wenigen) Tage mit Inge, bevor ich dann nach England fliege am 11-ten Januar…. Aber dazu gibt es in den nächsten Tagen mehr!

Training, Training, …… Training

 12.12.12//
SORRY! Also mich gibt es noch. Nur das ich gerade durch den Vor – Weihnachten – Streß und Arbeit und Training und so…. nicht zum bloggen komme.   Aber ich will mich ja nicht beschweren. Denn mir geht es damit gut! Das Training läuft dank dem Schnee auf vollen Touren.   Denn jetzt ist es nicht mehr lange bis ich am 12. Januar in England an den Start gehe. Dort startet dann das TheSpinerace. Meine vermute ich, mal größte Herausforderung.   Aber dazu später ein anderes Mal!   Und weil große Herausforderungen auch großes Training erfordern, fahre ich am kommenden Wochenende nach Fröttstädt. Startort des mittlerweile legendären ThüringenUltra. Aber dieses Mal geht es darum die knappen 70 Kilometer des Jägerstein Ultralaufes zu meistern.

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Organisiert von Gunther Rothe und Michael Frenz geht es von Fröttstädt in den Thüringer Wald auf Trails und Waldwegen bis zum Gipfel des Schneekopfes. Von Michael sicherlich nicht ganz uneigennützig mit erdacht, denn der geht auch beim Spinerace an den Start. Die Strecke ist nach der letzten notwendigen Änderung durch den teilweise massiven Schnee bei 66,5 Kilometern mit 2038 Höhenmetern.   Ich fahre leider ohne Inge hin denn die hat eine anderweitige Verpflichtung. Sie wird aber sicher den Lauf verfolgen und wir werden immer mal wieder telefonieren.   Für mich ist der Jägerstein Ultra, eine gute Möglichkeit auch noch mal Ausrüstung zu testen. Meine neuen Schuhe von Tecnica (Modell von 2013) müssen noch mal in den Schnee.

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Das Profil hat im Übrigen es zugelassen das ich einen Schlitten mit Kind die Rodelbahn hochziehen konnte ohne ein einziges Mal wegzurutschen. Also vermute ich mal, genau der richtige Schuh für England. Denn dort schneit es seit ca. zwei Wochen durchgehend und es sieht schon aus wie in der Arktis.

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  Dann werde ich noch ein bisschen Essen testen, nicht wie ihr jetzt vermuten würdet den Rucksack. Denn den benutze ich zum Laufen nahezu nicht mehr. Bei den Bedingungen in England stelle ich mich bisher so ein das ich nur noch bergab laufe oder vielleicht mal auf geraden Streckenteilen. Seit gestern weiß ich auch erst das in meinen 25 Liter Rucksack auch wirklich die ganze Pflichtausrüstung geht und dabei geht es nicht um Regenjacke, Riegel und Wasser. Sondern so was wie Schlafsack, Kocher, Zelt und Isomatte zum Beispiel.   Der Jägerstein Ultra hat im Übrigen keinen Renn-Charakter sondern soll ein Gruppenlauf mit 15 Teilnehmern werden. Es wird zwei Verpflegungsstellen geben. So das es sicherlich eine interessante Erfahrung mal wieder wird in kraftraubendem Schnee so zu laufen das die körperlichen Reserven immer reichen. Aber ich muss zugeben ich freu mich schon…… und ihr werdet es hier lesen.

Erstes Training für das TheSpinerace “gelaufen ….”

12.11.12//

Gestern bei schönstem Herbstwetter war es endlich soweit. Ich habe meinen Rucksack gepackt und war laufen.
In England war das Trainingswochenende und ich habe mir gedacht: Du musst langsam auch mal anfangen mit einem vollen Rucksack zu laufen!

Also meinen Salomon XP20, geschenkt bekommen beim ZugspitzUltra, und gut erprobt bei der Tor des Geants, gepackt.
Es war eigentlich nur Kleidung, Notfallpack und Zelt. So kam ich auf der Waage schnell mit dem Wasser und Essen zusammen auf ca. 6,5 Kilogramm.
Einen größeren Rucksack brauche ich schon für das TheSpinerace. Nur kann ich mich zur Zeit noch nicht entscheiden zwischen einem Berghaus Octan 30, einem Salomon WP25 und einen Outthere AS-1 Pack aus den Staaten.

Also musste erstmal der erprobte Rucksack her und los ging es. Ich bin auf der KILL50 Strecke mit einigen zusätzlichen Trails bis nach Diekholzen, wo ich mich dann mit Inge getroffen habe. Von dort aus sind wir dann noch mal 13 Kilometer am und um den Tosmar gelaufen. Meine Strecke vorweg ging über den Steinberg und durch den Hildesheimer Wald, natürlich auch mit dem Besuch des Aussichtsturmes.
Zu meiner Enttäuschung stand mein langjähriger Freund das Wildschwein nicht mehr an der Gaststätte. Wenn es ein neues Zuhause gefunden hat, dann hoffe ich mal dass es Ihm dort gut geht.  Ich habe mal gedacht irgendwann kaufe ich es und stelle es mir in die Wohnung ….. nun Pech gehabt da war wohl jemand schneller.
Mit Inge über den Tosmar war toll, ich bin zu dem Zeitpunkt ja schon mehr als 2 Stunden mit meinem Rucksack unterwegs gewesen und alle Berge und Anstiege gelaufen. So kam es das sie ambitioniert jeden Berg hochspringt und ich mit heraushängender Zunge hinter ihr her renne und mir wünsche dass wir auch mal gehen können.
Nach einem Foto auf dem Holzstamm, ergeht es mir ähnlich auf dem Tosmarkamm. Mein Schatz läuft locker auch zum Gipfelkreuz rauf und ich bekomme meine Beine nicht mehr vom Boden und muss hoch schleichen.

Bis zum Auto laufe ich dieses Mal nicht voraus, sondern Inge. Ich muss mich mehr konzentrieren, nicht nur weil der Rucksack ungewohnt ist schwer ist, sondern auch weil ich feststellen muss das mein geliebter Langdistanzschuh auch irgendwie Profil verloren hat.

Bei untergehender Sonne sind wir dann wieder am Auto und hatten viel Spaß. Inge stellt fest das wenn ich einen Rucksack aufhabe ich deutlich „entschleunigt“ bin und sie mehr Spaß hat und ich stelle fest das ich noch mehr mit soviel gewicht laufen muss.

Also werde ich wohl noch ein paar Kilometer machen müssen (mit Rucksack natürlich). Aber Ende der Woche ist erstmal der KILL50.
Ihr dürft gespannt sein …. das wird für die Läufer sicher toll ….  in den Hildesheimer Wäldern sind sooooo viele Wildschweine und damit meine ich nicht die ausgestopften. 

“Tor des Geants 2012″ Teil 3

02.10.12//

Nach ausgiebigem Schlafen (geschätzte 2 Stunden) mache ich mich nach einem kurzen Video – Dreh mit meinem Telefon wieder auf den Weg. Der folgende Teil der Strecke ist bis zum nächsten Anstieg einfach. Es geht mal rechts und mal links vorbei an einem Fluss weiter ins Tal rein. Es ist deutlich kälter geworden und ein starker Wind weht.

Beim Aufstieg zum Refugio Alpenzu ist es dann so windig und kalt, dass ich kurz anhalten muss, um meine Fleecejacke anzuziehen. Im Refugio gehe ich gar nicht erst rein um hinterher nicht noch mehr zu frieren. Außerdem ist mein Plan wie im letzten Jahr, diesen Berg zu überlaufen und auf dem Weg runter noch nicht die Stirnlampe rausholen zu müssen. Dafür habe ich noch 2,5 Stunden bis es dunkel ist. Also weiter…. Im Verlauf des Aufstieges wird es dann richtig ungemütlich. Die ersten Schneeflocken fallen und der Wind nimmt soviel zu, dass ich sogar meine Handschuhe rausholen muss. Trotzdem bin ich recht schnell auf dem Col. Auf der anderen Seite dämmert es schon, ich laufe wieder an. Selbst schwere Stellen laufe ich jetzt und nähere mich so schnell der Örtchen Refugio Crest. Nebenbei telefoniere ich noch mit Inge über das Headset und überhole ständig andere Läufer, die am wandern sind. Dann komme ich bei einer inoffiziellen Verpflegungsstelle an. Die gab es in einem Restaurant auch schon im Vorjahr dort. Der Besitzer ist selber Läufer und versorgt die Teilnehmer mit seinem Restaurant. Dort sitzen auch andere Teilnehmer. Als ich sehe, dass es auch Pommes gibt, bestelle ich mir einen Espresso und eine Portion Pommes. In der Zwischenzeit esse ich Spinat, Schokolade, Wurst, Käse und Brot. Die Reinfolge stimmt sogar fast. Die Zusammenstellen und Geschmack wird irgendwann überbewertet.

Danach geht es weiter, zwei Kilometer später im Refugio Crest mache ich keine Pause. Hatte ich sie ja auch gerade. Der dann folgende Streckenteil ist nur „leicht“ wellig im Profil und ich laufe fast die ganze Zeit. Irgendwann merke ich, dass meine Augen schon wieder so müde sind, dass ich eine Pause brauche und mein Schienbein schmerzt. So freue ich mich nach einem 1000 Höhenmeter Abstieg in ein Tal wieder sehr über einen Verpflegungspunkt. Dort wird mein Schienbein versorgt und ich lege mich ein halbe Stunde hin und schlafe etwas. Dann geht es weiter, natürlich wieder einen Berg rauf. An den kann ich mich aber noch erinnern, der ist leicht im Aufstieg bis zum Refugio unter der Gipfelwand. Vermutlich ist diese Anstieg gar nicht leicht, aber ich bin mittlerweile so im Trott, dass es mir so vorkommt.

Kurz vor dem Refugio kommt eine Hochebene, in der es sehr stürmisch ist und schneit. Ich denke darüber nach, ob nicht eigentlich das Rennen gestoppt werden müsste, denn das Wetter ist wirklich schlecht und ich bin froh, dass ich die richtige Kleidung dabei und anhabe.

Im Refugio verpflege ich mich, denn das erste Mal seit langer Zeit gibt es frische Früchte. Mein Mund ist auch sehr in Mitleidenschaft gezogen durch den Vitaminmangel. Also rein damit! Außerdem beschließe ich jetzt von meiner winddichten Hose auf meine wasserdichte Hose zu wechseln, denn das Wetter wird oben auf fast 3000 Meter gleich noch mal deutlich schlechter werden. Als ich mich umziehe, schaut mich ein Mitläufer mit verständnislosem Blick an, er trägt nur ein kurze Hose mit Kompressionssocken. So würde ich jetzt auch nicht auf den Berg wollen. Nachdem ich nahezu alles anhabe, was im Rucksack war, klettere ich auf den Berg. Das Rennen wird kurz nachdem ich raus bin gestoppt, erfahre ich später.

Ich erklettere den Col, wobei das richtig ist, denn ich habe mal Rück- und mal Gegenwind. Irgendwann verpacke ich meine Stöcke, weil ich lieber die Hände frei habe, um mich, wenn nötig, festhalten zu können. Oben angekommen schneit es nicht nur sondern es liegt auch Schnee. Die Pfützen sind gefroren und ein enormer Sturm bläst mir entgegen. Während ich dort oben laufe und noch einen Col übersteige bin ich sehr froh, mal wieder mit der Ausrüstung alles richtig gemacht zu haben. Sollte es nicht mehr weitergehen, habe ich sogar noch meinen Biwaksack, fällt mir ein. Alles richtig gemacht stelle ich fest. Auf dem Weg nach unten ins Tal ziehe ich auch nichts mehr aus und halte auch nicht an. So komme ich in der nächsten Life-Base, ziemlich überhitzt und gar gekocht an.

Macht aber nichts, die Sachen können ja jetzt trocknen und ich lasse mich mal wieder von den Ärzten versorgen. Zufällig ist es eine deutsche Ärztin da und sie erzählt mir, dass das Rennen

gestoppt ist.

Ich lege mich hin und stelle meinen Wecker auf 5 Stunden. Kurz vorher treffe ich noch Jürgen Zach, der erzählt mir, dass er hier aufhören wird, weil die Knie kaputt sind. Sein befreundeter Arzt habe ihm das geraten. Als ich ihm erzähle, dass mir die Knie im Vorjahr hier auch sehr weh taten, kann er das kaum nachvollziehen, wieso ich weitermache.

Irgendwann wache ich auf ,weil andere aufstehen. Weil ich Hunger habe, ziehe ich mich an und trotte los zum Frühstück. Dort erfahre ich, dass kein Läufer aus der Life-Base rausgelassen wird auf die Strecke. Der Neustart soll erst um 9 Uhr sein. Klasse denke ich, kann ich noch schlafen und lege mich wieder hin. Kurze Zeit später werde ich wieder wach und das gleiche Spiel beginnt nochmal. Nur, dass ich mich nicht mehr hinlege, sondern pünktlich mit den anderen zusammen starte. Die Strecke geht gleich mal direkt nach oben über ein Refugio auf den ersten Col. Kurz nach dem Refugio klingelt mein Wecker. Oh, denke ich, eigentlich wolltest Du doch jetzt erst aufstehen. Einer der Fehler, die mir jetzt erst bewusst sind.

Okay denke ich, dann muss es wohl so gehen.

Es ist mittlerweile wieder warm in der Sonne und nicht mehr so windig. Als ich durch meine Mattheit und Kraftlosigkeit kaum noch die Alm hochkomme, beschließe ich mich, ein wenig hinzulegen. Ich suche mir einen Halbschatten und schlafe so ca. 15 Minuten. Dann geht es weiter. Das ist die Etappe mit den meisten kurz hintereinander liegenden Cols. Es geht ständig nur kurz rauf und dann wieder runter. Mal Schatten und es ist kalt, dann wieder Sonne und es ist warm. Ich verzichte auf das ständige An- und Ausziehen, um nicht zu schwitzen. Da friere ich lieber, denke ich mir. Genau das passiert auch.

Auf einem der zahlreichen Refugios bestelle ich mir mal wieder einen Espresso. Mir wird erklärt, dass ich den bezahlen muss. Ist mir klar, erkläre ich, der wird ja auch hier rauf geschleppt und ist keine Grundausstattung der TdG. Viel fitter und weniger geschafft, nehme ich den letzten Abstieg ins Tal mit viel Spaß. Ich überhole die anderen Läufer mit zu Flügeln ausgebreitet Armen. Die meisten lachen aber ich glaube „echte“ Freunde finde ich so nicht :-)

Als ich mal wieder Telefonempfang habe, rufe ich Inge an. Während ich so ins Tal fliege, erzählt sie mir, dass sie als Überraschung mit meinem Vater nach Courmayeur gereist ist. Ich verspreche instinktiv, mich zu beeilen, um schneller bei ihr zu sein. Sie versucht mir das auszureden und ich merke schon am nächsten Anstieg, dass es auch nicht schneller geht. Nicht mal, wenn ich das wollen würde. Kurz vor dem sicherlich schwersten Aufstieg der TdG komme ich in eine neue VP. Früher war es eine alte, zugige Garage. Jetzt ein Veranstaltungszentrum mit Betten, Lasagne und medizinischer Versorgung. Dort treffe ich viele mittlerweile gute Freunde. Lege mich, wie gewohnt 15 Minuten hin und schlafe, denn Kraft tanken kann ich nicht genug für den nächsten Aufstieg. Es sind 4,7 Kilometer mit 740 Höhenmetern. Das ich mich beeilen will und Inge wartet, hat der Kopf im „Race-Modus“ völlig ausgeblendet, fällt mir später auf.

Ich starte gut ausgeruht wieder in die Nacht. Der Aufstieg zieht sich sehr hin und im oberen Bereich ist er so steil, dass ich mal wieder die Stöcke verpacke und meine Hände mit zum Klettern benutze. Bin ich froh, als ich oben bin. Runter geht es dann mal wieder richtig gut. Wobei ich weiß, dass es nicht gut ist, so schnell und soviel bergab zu laufen. Genau das sagt mein Schienbein auch unablässig, aber ich höre nicht drauf. So komme ich um kurz nach 1 Uhr nachts in der letzten Life-Base der TdG in Ollomont an.

Dort lasse ich mich versorgen von der deutschen Ärztin, die jetzt dort eingesetzt wird. Die Duschen sind wie im Vorjahr wieder draußen in einer kleinen Gartenlaube. Auf meine Frage hin, ob es nichts anderes gibt, es ist draußen kalt und unter 10°C. Bekomme ich nur gesagt, dass es die einzige Dusche ist. Danach geht es erstmal ins Bett. Die Feldbetten stehen in einem großen Zelt. Ich werde wach, weil mir bitterkalt ist Die Zeltheizung ist aus und irgendwie bekommen die Helfer sie auch nicht mehr angeschaltet. Okay, denke ich, dann Frühstück und weiter. Beim Frühstücken erzählt mir die Ärztin, dass das Rennen verkürzt wurde und jetzt bei 303 Kilometern in Saint Rhemy en Bosses endet. Der Malatra Pass ist nicht mehr passierbar durch Schnee und Eis. Ein wenig freue ich mich ja, denn nun kann ich nahezu alles aus meinem Rucksack nehmen außer Wetterschutzkleidung. Denn ich habe nur noch einen Berg und eine Reststrecke von 20 Kilometern bis zum Ziel. Ich beeile mich auf den ersten Berg oder zumindest vor dem Aufgang der Sonne über die Baumgrenze zu kommen.

Denn das sind die Momente, die dieses Rennen so besonders machen.

Ich habe es auch gefilmt, am besten ihr seht selbst:

Kurz vor dem Col gibt es ein tolles Refugio und ich trinke mit einem Schweizer zusammen einen großen Espresso. Danach besteigen wir zusammen den letzten Gipfel im schönsten Sonnenschein. Leider ist es mal wieder stürmisch und sehr kalt trotz Sonne. Auf der anderen Seite runter lasse ich es mal richtig laufen und sprinte förmlich den Berg runter. Alles an Läufer, die eben noch vor mir waren, überhole ich. Einmal drückt mich der Rückenwind fast gegen eine Felswand und ich kann mich gerade noch abfangen.

Kurz nach dem letzten VP, auf den letzten 10 Kilometer rufe ich bei Inge an und sage ihr, dass so in ca. 1,5 Stunden im Ziel sein könnte.

Sie ist ganz erstaunt und sagt, dass bei ihr gar nichts los ist. Sie ist ja auch in Courmayeur und hat noch nicht erfahren, dass das Ziel für mich jetzt woanders ist.

So verspreche ich mal etwas langsamer zu machen und es ihr zu ermöglichen, meinen Zieleinlauf zu sehen. Ich wandere mit Hansülli einem Schweizer in Richtung Ziel und laufe ein. Der Zieleinlauf ist wenig spektakulär. Inge und mein Vater sind noch nicht da. Überall stehen LKW`s und der Zielbogen und der rote Teppich sind auch noch nicht da. Wir fühlen uns um unseren Zieleinlauf betrogen. Es ist ein bisschen wie im Vorjahr an dem VP dort und gleich kann es weitergehen. Könnte es auch, denn ich fühle mich gut, bin nicht müde und habe keine Schmerzen. Schade der nächste Berg könnte kommen!

Nach 15 Minuten ist dann auch Inge mit meinem Vater dort und es kommt Zielstimmung auf. Wir schießen noch Fotos und ich werde gefeiert. Immerhin waren es ja dann doch 303 Kilometer in einer Zeit von 121 Stunden und 58 Minuten und Platz 171.

Danach geht es zurück nach Courmayeur und ich muss feststellen, dass es mit dem Auto dann doch 60 Kilometer und ca. 1 Stunde Fahrt sind. Deswegen kam Inge auch zu spät zu meinem Zieleinlauf. Wir fahren zum Hotel, wo wir durch Zufall auch Niels treffen, der dort eingecheckt hat und so haben wir die Möglichkeit, eine Runde zu feiern. Niels ist im übrigen als Platz 36 ins Ziel gekommen und auch die Komplettstrecke gelaufen in einer Laufzeit von 106 Stunden.

Für mich gibt es dann nur noch eine Runde duschen und erstmal das erste Mal ruhig schlafen in einem richtigen Bett.

Ein Teil gibt es noch …. also bleibt dran!

…. und hier kommen noch ein paar wirklich tolle Videos von der “TdG” bei ein paar Aufnahmen solltet Ihr besser schwindelfrei sein!

Video von der “Tor des Geants”

29.09.12//

Das Video habe ich gerade durch Zufall gefunden. Einfach tolle Aufnahmen und beim Start bin ich sogar auch mit drauf. Ich reiße die Arme hoch …. ist unschwer zu erkennen.

Einige der Streckenteile sehe ich so zum ersten Mal. Entweder war es hell und in der Perspektive ist es ja unglaublich steil!

Tor Des Geants from TOPVIEW SHOOT on Vimeo.

Ups, habe gerade gesehn das es nicht funktioniert, aber egal klickt mal hier!

Tor des Geants 2012 – einfach Unglaublich – der zweite Finish!

20.09.12//

So alles ist ausgepackt und der Schlafmangel ist auch langsam ausgeglichen. War sogar schon mal wieder laufen.

Also fange ich mal an meinen Bericht zu veröffentlichen:

Tor des Geants 2012 – einfach Unglaublich – der zweite Finish!

… und das sogar in jeglicher Hinsicht. Nicht nur die Distanz von 334 Kilometer, sondern auch die massiven Höhenmeter 24.000+, sowie die zu überwindenden 25 Gipfel und die Maximalzeit von 150 Stunden machen selbst jeden gestandenen Ultra-Läufer sprachlos.

Vom Veranstalter als längsten und härtesten Endurance Trail angepriesen, hat es mich ein zweites Mal in das Aosta Tal nach Italien gelockt. Sowie auch viele andere meiner Mitläufer die zum großen Teil das erste Mal über eine solche Distanz an den Start gehen.
Ich habe mehr Kilometer in den Beinen als noch im Vorjahr, bin mir aber sicher dass es auch viel Glück braucht um dieses Rennen zu schaffen. Denn ein Sturz oder eine Verletzung kann noch kurz vor dem Ziel mein Finish vereiteln. Im Vorjahr hatte ich nach dem letzten Renntag, Flüssigkeit in beiden Knien und konnte nur noch unter Schmerzen bergab laufen. Da bin ich aber erst ab dem dritten Tag abwärts gelaufen. Der Plan war für dieses Jahr es aber gleich von Anfang an zu tun.

Als ich mit einigen anderen Deutschen (Eric Thürlings, Jürgen Zach, Jörg Kornfeld, Anke Drescher, „Niels Grimpe – Luhmann“) am Vorabend beim Briefing in der Courmayeur in der Sporthalle sitze, heißt es: „ The weather will be good!“ Das hört sich doch gut an, wobei uns allen klar ist das bei sechs Renntagen in Folge dass eher eine Vermutung ist.

Am Vormittag des 09.09.12, um Punkt 10:00 Uhr dann der Startschuss. Eine Atmosphäre die so gespannt ist, das sie Gänsehaut macht. Wir 670 Athleten werden durch jubelnde Menschenmassen aus dem Ort begleitet. Direkt an den ersten der fünfundzwanzig Berge. Ich laufe mit hoher Geschwindigkeit bis an den ersten Berg. Denn ich weiß dass es gleich in einer langen Läuferschlange den Berg hoch geht. Genauso kommt es auch, es ist noch dazu sehr warm, bei 25 C°, uns allen läuft sofort der Schweiß. Der Aufstieg geht ganz leicht, ist ja auch ein Berg unter 3000m. Ich hike mit Niels zusammen nach oben, genauer komme ich oben alleine an. Er ist mir zu schnell aber unten bei der Hälfte des Berges habe ich ihn wieder. Meine Schuhe scheinen besser zu halten auf den Trails als seine, außerdem laufe ich nicht so vorsichtig und gebremst. So laufen wir zusammen ins Tal. Ich sammele noch ein bisschen Ausrüstung der anderen Läufer auf (z.B.: Gamaschen) und wir kommen nach 18 Kilometern an der ersten großen Verpflegungsstelle in La Thuile an. Dort habe ich dann schon einen Vorsprung von 20 Minuten auf meine gelaufene Zeit vom Vorjahr. Das fängt ja gut an.

Ich erinnere mich an die Aussage von Eric: „Du hast 28 Minuten pro Kilometer und jede Minute die Du schneller bist, kannst Du mehr schlafen.“

Also beunruhigt mich die schnelle Zeit kein bisschen. Niels und ich machen uns daran den nächsten Berg zu besteigen. Vorbei geht es an einem tollen Wasserfall, über große Felsstufen bis auf eine Hochebene. Die Gipfelwand erfordert dann ein wenig mehr Kraft. Kurz danach geht es steil ins Tal. So steil das ich schon ein bisschen schauen muss das meine Oberschenkel nichts abbekommen. Immerhin laufen wir im Schnitt zwischen 5 – 10 Kilometer den Berg hinab mit teilweise weit über 1000 Höhenmetern. Im Tal ist eine Verpflegungsstelle und es geht sofort den nächsten Berg hinauf. Kurz vor dem nächsten Anstieg packe ich meine Fleecejacke aus. Es herrscht ein eisiger Wind und an ein schnelles Vorankommen ist nicht zu denken. Denn dort oben sind auch Kletterpassagen mit Stahlseil Sicherungen. Das geht aber alles ganz locker. Selbst drüben ins Tal komme ich richtig schnell. Denn es ist ja noch hell. Letztes Jahr war es dort schon dunkel und hat gewittert. So komme ich noch ohne Probleme und Stirnlampe runter bis zum Verpflegungspunkt ins Tal. Dort verpflege ich mich schnell und suche meine Stirnlampe aus dem Rucksack. Nur leider muss ich zu meinem Entsetzen feststellen, sie ist nicht da. Sie ist vermutlich rausgefallen als ich meine Fleecejacke angezogen habe.
Okay, das ist bitter, ich habe zwar eine Ersatzlampe, aber die ist nicht geeignet um ein Rennen über ein paar Tage Hochalpin zu laufen. Also überlege ich während ich durch die Dunkelheit stapfe was ich mache. Dann kommt ein befreundeter Amerikaner und meint ich könnte seine Zweitlampe haben die sich in seinem Drobbag befindet. Bin ich froh denn das rettet mein Rennen. Die nächste Verpflegungsstation ist eine Life-Base wo auch schon unsere Drobbags warten. Ich komme dort 1,5 Stunden früher als im Vorjahr an. Ein kurzes Telefonat mit Inge und dann geht es weiter in die Nacht.

Auf den Bergen sind Blitze zu sehen, aber der dazugehörige Donner bleibt aus. Also steige ich auf 2800m hinauf. Er ist relativ einfach zu besteigen und oben Angekommen bietet sich mal wieder ein einmaliger Blick durch das Col de fenetre. Einer der steilsten Abstiege der Tor des Geants. Unter mir sind fast senkrecht sind die Lichter der anderen Läufer zu sehen. Ich verpacke meine Stöcke und schon geht es hinab ….. nur fliegen ist schöner. Unten angekommen kommt gleich der erste 3000er Aufstieg. Ich ärgere mich über mich selbst. Hätte ich es doch besser wissen sollen und lieber meine gewonnene Zeit in Schlaf umsetzten sollen. Ich bin durch das ungewohnte Licht der Stirnlampe, die Höhe und die jetzt schon lange Zeit schon ziemlich müde. So das ich mich den Berg wirklich hoch kämpfe. An ein paar Stellen sogar in Zeitlupe so kommt es mir auf jedenfalls vor. So komme ich ziemlich angeknockt im Tal an, dort treffe ich Jürgen Zach und wir machen uns am frühen Morgen daran den letzten Berg der zweiten Etappe zu besteigen.

Vor uns liegen 1600Hm auf einer Strecke von 11 Kilometern. Ab der Hälfte gibt es keinen Schatten mehr und die Sonne brennt. Was anders ist als im Vorjahr, dort oben sind keine Bachläufe, alles ist ausgetrocknet. Das bedeutet dass mein Wasser kurz vor dem Gipfel knapp wird. Ich werde durch die Sonne gar gekocht. Immer so ca. 25m über mir ist Schatten durch Wolken am Himmel. Aber wenn ich dann endlich dort bin ist er wieder weiter weg. Ich lege mich verzweifelt unter einen großen Stein mit dem Kopf in den Schatten. Überlege wie lange es wohl noch braucht bis ich einen Sonnenstich habe. Ein paar Wanderer kommen vorbei und ich erbettele mir ein bisschen Wasser. Ich traue mich kaum mir Wasser auf den Kopf zu gießen, denn viel habe ich nicht mehr. Meine Kraft zum Aufsteigen scheint am Limit zu sein. Zeitlupe ist schon schnell und gäbe es hier oben Schnecken sie wären ganz sicher jetzt schneller.
Aber ich komme doch oben an, der Berg bekommt mich auch nicht klein. Oben treffe ich Chin Chao aus Norwegen, der scheint ähnliche Probleme zu haben. Von der Bergwacht bekomme ich Wasser. Nachdem sich mein Körper wieder etwas erholt hat, laufe ich bergab in Richtung Refugio Sella. Was mich die ganze Zeit beschäftigt hat war, letztes Jahr ging es mir dort auch schlecht. Aber den Anderen auch und ich habe 30 Plätze gut machen können. So kann man sich auch motivieren. Ich laufe dann wieder mit erhöhtem Tempo bergab in Richtung Cogne. Die Strecke ist auf einem langen Teil, ähnlich der Strecke des UTMB von Arnuva nach La Foly. So eine elendige Lauferei über aufgestellte Steinplatten, was sehr anstrengend ist. Der letzte Rest ist dann einfach nach Cogne, es geht über einen leichten Trail bis fast vor das Zelt.

Ich muss zugeben ich habe mich schon lange nicht mehr so über Schlaf gefreut.

Ende des ersten Teiles…..

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