27.02.13//
Ich falle also in mein Hochbett mit einem Plastikbezug über der Matratze. Ist zwar nicht gemütlich aber zugedeckt mit meinem Dauenschlafsack geht es schon. Ich schlafe schnell ein. Natürlich nicht ohne mein Telefon an das Notfall-Ladegerät zu hängen. Steckdosen gibt es mal wieder nicht genug. Außerdem kann ich das Telefon dann auch als Wecker benutzen. Immerhin wollen wir um 2 Uhr morgens wieder los.
Einen Wecker brauche ich eigentlich nicht. Mein Hunger und Durst weckt mich sehr zuverlässig, immer mal wieder. Ich stehe auf und hole mir was zu essen. Michael geht es genauso, nur Jin schläft durch. Zumindest erinnere ich mich nicht ihn mal gesehen zu haben. Im Laufe des Nachmittages sehen ich viele Teilnehmer die ankommen und das Rennen vorzeitig beenden. Genauso höre ich oft Anrufe mit die bei der Organisation eingehen, mit der Bitte um Evakuierung. Häufig sagen die Teilnehmer das ihnen die Kraft fehlt weiter zu kommen. Daraufhin wird ihnen gesagt, sie sollen ein Notfallbiwak machen und etwas essen. Sie würden evakuiert werden. Nur das das vermutlich ein paar Stunden dauern wird. Das führt mir mal wieder vor Augen. Warum ich soviel Ausrüstung mit mir herum schleppe.
Pünktlich um 2 Uhr nachts machen wir uns wieder auf den Weg in die kalte Nacht.
Kalt wissen wir. Nur wie kalt das konnten wir uns nicht ausmalen zu diesem Zeitpunkt.
Stu, einer der Organisatoren weißt uns darauf hin nicht zu nah an dem kommenden Wasserfall hochzuklettern. Die Strecke läuft dort so nah das wir reinfallen könnten.
Also machen wir uns wieder auf. Die Strecke geht flach an einem Fluss entlang. Es ist ein toller einfacher Trail und wir laufen richtig schnell.
Wir haben auch viel Spaß. Irgendwann kommen wir in ein Riesen Ablaufbecken. Dieses so wissen wir befindet sich unterhalb der Staumauer. Zu sehen ist sie nicht, dafür ist es zu dunkel. Hören können wir nur das Wasser. Wir stellen fest das es sehr kalt ist und unsere Wasserflaschen anfangen einzufrieren. Oder es besser schon sind. Darum verpacken wir unsere Flaschen unter die Jacken damit das Wasser trinkbar bleibt. Als unserer Trail immer näher am Wasser entlang führt und es durch die vereisten Steine immer schwieriger wird nicht zu stürzten oder ins Wasser zu fallen, entscheiden wir den Hang neben uns hochzuklettern.
Er besteht nur aus Blockgelände mit Schnee bedeckt. Viele oder besser alle Löcher sind nicht mehr zu sehen. Es wird zu einer Qual. Außerdem bemerke ich das meine Zehen so kalt sind das sie, vermute ich bei den Temperaturen Schaden nehmen können. Mein Schuh ist schon zu Eis gefroren. So bitte ich die anderen beiden um eine kurze Pause, um meine Innensocken zu tauschen. Dabei stelle ich fest das die wasserdichte Socke am Schuh festgefroren ist. Nach dem Sockentausch lege ich noch ein Heizkissen mit in den Schuh und binde ihn nicht mehr so fest. Dann geht es weiter. Durch das Blockgelände, das irgendwie nicht enden will. Michael stürzt in ein Loch und verliert darin seinen einen Stock. Nach einer Ewigkeit kommen wir Drei völlig entkräftet an der Staumauer an.
Wir beschließen, wir brauchen eine Pause. An dem nächsten Gehöft schaue ich ob wir dort eine Pause machen können. Leider keine Chance. Das Gebäude ist offen und völlig verdreckt durch die Schafe die dort wohnen.
Also bleibt uns nicht anderes als mehr Kleidung an und weiter. Ich ziehe das erste Mal meine Notfall Daunenjacke an und benutze die Sturmhaube gegen die Kälte.
Ich bekomme meine Krise. Sie äußert sich dadurch das ich Super Müde bin. Erinnern kann ich mich nur noch an drei Schritte mit Augen auf und zwei mit geschlossenen Augen. Dann wieder aufwachen. Michael bleibt bei mir so das ich nicht völlig allein bin. Auf Toilette gehen ist schwierig. Meine feuchten Toiletten Tücher sind zum Block gefroren. Die Spitzen meiner Black Diamond Stöcke sind zu Klumpen geworden. Abschlagen des Eises ist bei einem Carbon Stock eine schlechte Idee.
Also muss es so gehen.
Dieses Panorama sehen wir nur Nachts, aber Eindrucksvoll ist auch gewesen!
So torkeln wir durch die Nacht. Also ich bergab mal auf Michael warte, der seine Krise hat, schlafe ich prombt im Sitzen ein. So etwas sollte bei ca. 20 Grad unter Null besser nicht passieren. Als es anfängt zu dämmern sehen wir den Ort Dufton.
Michael ruft die Organisation an und gibt Bescheid das wir am Ende unserer Kräfte sind. Von der Organisation kommt die Frage zurück: „Und welche Frage habt ihr nun?“ In England ist das alles halt etwas anders. Im Vergleich zu Deutschland wo der Veranstalter wohl sofort gekommen wäre.
In Dufton angekommen überlegen wir wo wir uns hinlegen können. An einem Bed&Breakfast ist Licht an und wir sehen gedeckte Tische. Also klingel
n wir und nach kurzer Diskussion mit der Betreiberin bekommen wir für 10 Pfund ein Frühstück und einen Schlafplatz für drei Stunden.
Michael legt sich ins Wohnzimmer und Jin und ich bekommen ein noch nicht gereinigtes Zimmer von zwei Gästen die gerade abreisen. Wir sind mehr als glücklich und legen uns gleich hin zum schlafen. Was für ein Glück! Eine halbe Stunde früher in Dufton und wir hätten die Frau nicht gesehen und eine halbe Stunde später und sie wäre auch schon weg gewesen.
Nach dem Essen machen wir uns gestärkt und ausgeruht daran den höchsten Berg Englands zu besteigen Scarfell.
Das geht auch einfach und wir genießen es sogar. Kurz danach werden wir in Gregs Hut em
pfangen.
Dort bewirtet uns John Chamber.
Die Hütte ist eine Schut
zhütte und nur für das Spinerace bewirtet. Danach fegen wir die restlichen Kilometer ins Tal.
Ein par Kilometer über gefrorene Schafwiesen. „Der Pennine Way ist ein Public sheep path“. Dann ist die Etappe geschafft und wir sind in einem Youth Hotel mit Duschen und W-Lan. Tollem Essen und Betten mit Bettdecke.
Ihr könnt euch kaum vorstellen wir glücklich wir waren.
Hier ist nochmal ein Link zu meinem Bericht beim Outdoor Mag Airfreshing mit einem Testbericht zu dem Schlafsack den ich dabei hatte.
Ich schreibe in den nächsten Tagen weiter …. Also bleibt dran! Achja und am trainieren bin auch schon wieder.





![2013-01-13_20.11.42[1]](http://trailsucht.files.wordpress.com/2013/02/2013-01-13_20-11-421.png?w=300&h=225)






![2013-01-21_21.46.36[1]](http://trailsucht.files.wordpress.com/2013/02/2013-01-21_21-46-361.png?w=600&h=450)




































































