JUNUT 2012 — Teil 1 –

17.04.12//

Am letzten Freitag, war es wieder soweit. Der Jurasteig-Nonstop wurde gestartet! Margot und Gerhardt Börner hatten eingeladen und 37 Teilnehmer aus ganz Europa waren der Einladung in das schöne Stadtchen Dietfurth an der Altmühl in der Oberpfalz gefolgt.

Es sollte nach dem Testlauf im letzten Jahr (ich war dabei!) der erste Wettkampf sein auf dem Jurasteig.
Zur Erklärung der Jurasteig ist 230 Kilometer lang und hat 5.300 Höhenmeter. Es ist ein Ultra-Trail. Das Wort Ultra-Trail wurde in Frankreich und Italien geprägt und beinhaltet, nicht den Begriff Lauf oder Marathon. Denn auf dieser Art Wettkampf ist das Laufen durch die Schwierigkeit der Strecke erschwert bis unmöglich. Asphalt und Waldweg Passagen kommen nur noch sehr wenig vor und über große Teile ist der Ausdauersportler in völliger Autonomie. Auch die Beschilderung ist gerade in den Nacht oftmals nicht ausreichend, so das es unerlässlich ist mit einem GPS Gerät umgehen zu können und eine gute Fähigkeit zur Orientierung zu besitzen.

Der Jurasteig wird durch die örtlichen Tourismusvereine so beschrieben:

In 12 maßgeschneiderten Etappen durch die herrliche Naturlandschaft des Bayerischen Jura – das ist der neue Prädikatsweg Jurasteig!
Als 230 km langer Rundweg im Herzen Bayerns führt er über die Höhen und Täler von Donau, Altmühl, Weisser und Schwarzer Laber, Lauterach, Vils und Naab.
Wandern am Jurasteig wird zum Wandererlebnis, garantiert z.B. durch einen hohen Anteil naturbelassener Wege, eine einzigartige, attraktive Mittelgebirgslandschaft, aber auch zahlreiche Rastmöglichkeiten und die Einbindung einer wanderfreundlichen Gastronomie in das Jurasteig-Konzept. Nicht zuletzt sorgt eine moderne, lückenlose und eindeutige Beschilderung – separat für beide Richtungen – stets für eine sichere Orientierung.
Ursprüngliche Flusslandschaften wechseln ab mit mediterran anmutenden Karstlandschaften. Schlösser und Klöster liegen ebenso am Jurasteig wie Felszinnen, duftende Wacholderheiden, lichte Kiefern- und schattige Buchenwälder. (www.jurasteig.de)

Nun ich war schon einen Tag früher dort und habe mal wieder die Gastfreundschaft des Gasthofes Stirzer genossen und das schöne und beschauliche Städtchen genossen. Auch hatte ich die Chance Margot und Gerhardt noch ein bisschen zu helfen. Wobei die Beiden und ihre Helfer schon seit Wochen ganz Arbeit geleistet hatten. Denn Vorbereitet war schon fast alles. Alle möglichen Vereine und Tourismusbehörden, so wie die Presse rund um den Jurasteig wussten Bescheid.

Im Laufe des Donnerstag und Freitag, kamen dann die Teilnehmer an. Viele mittlerweile gute Freunde aber neue Gesichter. Diese aber nicht weniger erfahren. Es wurden Geschichten ausgetauscht über Trans-Europa Läufe und BergUltras. Scheinbar waren aus jedem Bereich die erfahrensten Läufer am Start.
Michael Frenz beriet und unterwies noch die letzten Teilnehmer in die GPS Geräte. Gerhard briefte nochmals alle Läufer und wies auf die Schwierigkeiten der Strecke hin. Die Aufregung vor der Strecke war schon deutlich zu spüren beim Briefing. Denn für viele war es der erste Lauf über die 100 Meilen (162 Kilometer) Grenze hinaus.
Mit Michael Frenz hatte ich am Abend zuvor schon die Planung durchgesprochen und wir hatten eine gute Vorstellung wie wir den Jurasteig laufen wollten. Mit Torsten Hentsch habe ich das dann auch noch ein paar Mal abgeglichen. Der Plan war nach gemütlichen 40 Stunden zurück in Dietfurt zu sein. (Tja, eine tolle Vorstellung!)

Kurz vor dem Start, die Aufregung ist sehr deutlich zu spüren. Viele Zuschauer sind vor Ort, viel Presse und sogar ein Fernsehteam. Ich werde noch kurz Interviewt sowie einige andere auch. Dann startet der Bürgermeister von Dietfurt den Lauf. Es geht unter viel Beifall im hohen Tempo aus der Stadt bis nach ca. 1 Kilometer der erste Anstieg kommt der uns bremst.

Das Wetter meint es gut mit uns ich starte sogar mit Sonnenbrille. Ich stelle schnell fest das das Anfangstempo mal wieder viel zu hoch ist und fange an es zu drosseln. Ich weiß ja was noch kommt. Wir genießen die Strecke und die Trails. Das Feld zieht sich sehr schnell auseinander. Wobei die Gruppe der schnellen Läufer schon einige Male warten muss, die Strecke ist sogar mit GPS und Tageslicht nicht ganz so einfach schnell zu laufen.
Die Gruppen die sich finden wechseln immer schneller die Teilnehmer. Ich laufe am Anfang noch mit Michael. Dann kurz vor dem ersten Verpflegungspunkt laufe ich mit Torsten und das bleibt auch dann so. Wir ergänzen uns gut, die Orientierung wird so einfacher und die Fotos besser, außerdem macht es das Laufen angenehmer wenn man jemanden zum reden hat.
In der aufkommenden Dämmerung sammeln wir noch mehr Läufer auf, so dass eine Gruppe von fünf Läufern sich findet.
In der Nacht werden die Trails immer schwerer, wobei ich das eher genieße, weil es mir Spaß macht. Torsten und viele Andere sind da eher nicht so glücklich damit. Wir laufen den berühmten Keltenwall (eines der technisch sicherlich anspruchsvollsten Teilstücke) mit ordentlichem Tempo. Ich werde immer wieder durch SMS von Inge wach gehalten. Sie schätze in ihren Fragen unsere Geschwindigkeit deutlich höher ein, merke ich irgendwann. Und so sind wir um 3 Uhr morgens beim ersten Dropbag Point, schon ziemlich Müde und glatt eine Stunde hinter dem Zeitplan. Das zu dem Thema wie schwer dieser Trail dann doch zu laufen ist.
Bei der FFW Matting im Gerätehaus habe sich schon eine Menge Läufer eingefunden die dort sich umziehen und Pause machen. Die FFW hat sogar eine richtige Espresso Maschine und versorgt uns alle nach Kräften. Ich ziehe mich endlich wärmer an und wechsele meine Montrail Mountain Masochist gegen meine HokaOneOne. Als die anderen los wollen stelle ich fest das ich noch zehn Minuten Pause brauche und lasse sie ziehen. Nur Torsten wartet auch und so werden wir kurze Zeit später von der zwei Feuerwehrleuten mit einem Boot über die Donau übergesetzt. Natürlich nicht ohne vorher Schwimmwesten anzuziehen. Ordnung muss sein. Außerdem wärmen sie bei der Überfahrt richtig schön!

Ende Teil 1 …

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3 Kommentare

  1. Ingmar

     /  April 17, 2012

    Mehr!Mehr!Mehr!

    Antwort
  2. leafhopper65

     /  April 18, 2012

    Hallo Thomas, deine Bericht kann ich in allen Punkten zustimmen. Ja, die Trails waren nicht einfach zu laufen. Ich beschwere mich darüber aber nicht. Es hat mir halt auch viel Spaß gemacht. Ich bin an den sehr schwierigen Teilstücken, besonders bergab, immer etwas langsamer als du bzw. die Gruppe gewesen und musste dann auf dem geraden bzw. am Anfang der Steigungen immer die Lücke wieder zulaufen.Das schmerzte aber half mir auch das Tempo hoch zu halten. Leider musste ich feststellen, dass es in Schmidmühlen mit der Kraft und der Zeit eng wurde.
    Torsten

    P.S. Ich freue mich schon auf den 2. Teil. Ich versuche auch noch in meinem Blog ein Bericht zu schreiben.

    Antwort
  1. » Teilnehmerberichte vom JUNUT 2012 JUNUT

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